Wettkampfbericht – Vienna City Marathon (16,1km)

Vorbereitung:

Nach langer Überlegung habe ich mich doch entschlossen, einen Tag vor dem Wettkampf nach Wien zu fahren. Ich hätte zwar am Sonntag eine Mitfahrgelegenheit gehabt, jedoch hätte ich da bereits um 4 Uhr aufstehen müssen. Hätte ich jedoch zuvor über die Zustände des Hotels bescheid gewusst wäre ich wahrscheinlich auch erst am Sonntag gefahren. Das Doppelbett entpuppte sich als „2 Betten mit doppelt Platz dazwischen“. Die Qualität der Matratze war ebenfalls einzigartig ….. schlecht. Und die so sehnsüchtig erwartete Badewanne war doch nur eine Duschtasse 🙁

Wie es Hr. Prem (Paps) bereits auf den Punkt brachte: „Um 3 in der Nacht bin ich aufgestanden weil irgendjemand im selben Stockwerk sche***en war“

Leicht aufgeregt und mit Muskelschmerzen in den Beinen und im Rücken schlief ich zum Finale von DSDS ein. (Bitte keine Kommentare zu diesem Tehma 😛 ) –> Die ANGI war schuld –> ICH SCHWÖRE 😉

Wettkampfmorgen:

Pünktlich um 6 Uhr rüttelte mich der Wecker aus dem Schlaf. Aufstehen nahezu unmöglich. Anziehen fast noch unmöglicher. Kurzerhand schob ich noch ein Dehnungsprogramm ein, um mit den Fingerspitzen wenigstens bis zu den Knien zu kommen. Bereits 5 Minuten später habe ich den ersten halben Liter Isostar bewältigt. Danach war das Frühstück dran. 3 Semmeln mit Butter und Marmelade (Also eigentlich 6 Hälften.. wow.. ich fresssack) und dazu ein Kaffee.

Um 7:45Uhr stand ich bereits beim LKW der für den Kleidersacktransport zuständig war. Laut Internet war es nur möglich von 7 – 8 Uhr den Sack dort abzugeben. Und ich Idiot hab das natürlich geglaubt. Vor Ort wurde mir dann gesagt, dass er natürlich bis kurz vor 9, also kurz vorm Start, dort stehen wird. Also umsonst 1 1/4 Stunden zu früh zum Start gegangen. Dafür hatte ich genügend Zeit die Atmosphäre zu genießen und mich ausgiebig aufzuwärmen. Das war auch dringend nötig. Und nach 20-minütigem Einlaufen kam ich um Punkt 9:00 Uhr wieder bei meinem Startblock an (dieser befand sich GANZ hinten.. Die Staffelläufer mussten nach allen Marathon und Halbmarathonläufern starten). Der Startschuss war bereits gefallen, aber davon merkte man dort hinten nichts. Diese Chance nutzte ich um noch mal kurz auszutreten (das 3 Mal in einem Zeitraum von 30 Minuten… DANKE ISOSTAR) Erst ungefähr 5 Minuten später begann sich der Staffelstartblock zu bewegen. Aus langsamen Gehen wurde langsames Laufen gemischt mit einigen Stehpausen.

Wettkampf:

9:11 Uhr; Und endlich setzte auch ich meinen Fuß über die Startlinie. Langsam versuchte ich in einen Rythmus zu kommen, aber irgendwie war das nicht möglich. Parallelen zum Businesslauf beim Schwarzl taten sich auf. Nur das sich beim Schwarzl die Massen nach ca. 3KM verteilen. In Wien jedoch ähnelt die gesamte Distanz einem Hindernislauf. Sprung links, Sprung rechts, Sprung zwischen zwei etwas Stärker gebauten Plappertanten hindurch usw. Grund dafür war sicher die Tatsache im letzten Block gestartet zu sein. Die ersten Kilometer lief ich wie im Training mit einem 5:30min/km Schnitt. Geplant waren 4:40.

Nach ca. 45 Minuten versuchte ich mich das erste Mal an einem Kohlenhydrat-GEL. Ich sags gleich vorweg: Es ging natürlich schrecklich schief. Beim Aufreißen der Packung war ich irgendwie zu grob (Erinnerungen an meine Badehaube und meine Schwimmbrille wurden wach). Die geplante Sollbruchstelle ist zwar nett gemeint, jedoch weniger sinnvoll, wenn sie schlecht verarbeitet ist. Und so gelang es mir dann auch, die gesamte Packung von oben bis ganz nach unten zu zerreißen. Der klebrig-hellrote Inhalt fand seinen Platz quer über meinen gesamten Körper verteilt. Kaum zu glauben wieviel in so ein kleines Päckchen passt. Ich versuchte zu retten was noch zu retten war und stopfte mir die gesamte aufgerissene Seite der Packung in den Mund und drückte an. Der restliche Inhalt landete zum Teil in meinem Mund, wo er ja auch hingehört hätte, und zum Teil daneben. Bis zur nächsten Labestation lief ich also wie ein blutrünstiger Vampier mit roten Flecken im Gesicht herum. Über den Geschmack möchte ich mich gar nicht äußern. Wie konnte ich nur so dumm sein und ein Produkt kaufen, dass ich zuvor noch nie ausprobiert hatte. WÄHHH…

Nach diesem Vorfall wagte ich wieder einen Blick auf meine Uhr und sah, dass es Zeit war endlich Tempo zu machen. Bereits 49 Minuten vergangen und erst 10Km gelaufen. WOW ist das langsam. Ich ließ also meinem Blutrausch freien Lauf und anscheinend hatten die Leute vor mir Angst, denn plötzlich war wenigstens ein Bisschen mehr Platz auf der Straße. Hin und wieder ein Zick-Zack Sprung ließ sich zwar nicht vermeiden, aber ich konnte endlich, das angestrebte Tempo einschlagen. Die folgenden Kilometer konnte ich mit einem Schnitt von Knapp 4:30min/km laufen. Bei KM 14 startete ich noch ein zweites Ernährungsversuchsprojekt. Den eingesteckten Riegel konnte ich fast nicht halten, weil meine Hände noch immer in Fauststellung waren und sich fast nicht öffnen ließen. Alles klebte noch vom GEL. Der Riegel ließ sich dann aber doch um einiges leichter öffnen als die Packung zuvor. Dafür hatte ich Probleme die bamstige Masse zu kauen bzw. diese dann hinunterzuschlucken. Bereits nach der Hälfte hatte ich genug und der Rest flog in hohem Bogen und mit der Begleitung der Wortkombination (LECK MICH DOCH AM ARSCH) über die Köpfe der anderen Läufer hinweg.

Noch bevor ich dazu kam, noch eine Spur schneller zu werden, lief ich bereits über die Zielmatte und klatschte bei meinem Staffelkollegen ab.

ENDZEIT für die 16,1Km:  1:16:32 -> 4:44 Ziel verfehlt!

http://connect.garmin.com/activity/30442618

Abschluss:

Von der Staffelübergabestelle bis zum Ziel waren es noch 5Km, diese dienten zum Auslaufen. Im Zielbereich war die Hölle los und ich brauchte knapp 10 Minuten um zum Duschzelt zu gelangen. Nach der Dusche gings sofort zum Telekom-eigenen VIP Zelt. Dort wurden wieder keine Kosten und Mühen gescheut. Riesiges Buffet. Kellnerinnen die einem den Teller vor der Nase wegrissen sobald der letzte Happen verschlungen wurde. Bier, Wein, Sekt, Kaffe, Kuchen, usw. usw. Nach zwei gehäuften Hauptspeisetellern und zwei Kuchentellern verabschiedeten wir uns und machten uns mit der U-Bahn auf den Weg zurück zu unserem Auto um die Heimreise anzutreten.

Fazit:

Tolle Atmosphäre, super Stimmung, geile Laufstrecke, extrem viele Läufer… Leider nicht zum Bestzeitlaufen geeignet.

16Km auch in nicht-ausgeruhtem Zustand und mit leichten Schmerzen gut überstanden.

Nächsten Laufziel: Halbmarathon unter 1:40h

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