Wettkampfbericht – Sprinttriathlon Großsteinbach

Vorbereitung:

In der Woche vor dem Wettkampf wurde der Trainingsumfang wieder reduziert um am Tag X fit zu sein. Eine Freiwasserschwimmeinheit beim Schwarzl sollte mich auf das Schwimmen im Neoprenanzug vorbereiten. Wie üblich ein paar Tage vor dem Triathlon mindestens 3 Liter täglich trinken (verbunden mit ca. 30 mal klo-gehen täglich). Zusätzlich jeden Abend schön brav dehnen und einen Eiweiß-Shake vorm Schlafengehen (ob bzw. wieviel der bringt, kann ich nicht beurteilen, ist aber gut für’s gewissen).
Die gesamte Vorbereitungsphase dürfte aber gepasst haben, am Wettkampftag war ich topfit, weder müde noch muskulär erschöpft.

Aufgestanden um 8:00. Ausgiebig Weißbrot gefrühstückt, ordentlich getrunken und um 10:45 mit Angi, Patrick und Hannah (Danke für die Unterstützung und den Radtransport) zum Schlachtfeld gefahren. Um 12:00 angekommen. Eigentlich war ich dort mit meinem gefühlten Reifendruck zufrieden, nachdem  aber jeder seine Reifen aufpumpte wollte ich nicht aus der Reihe tanzen und setzte die Pumpe an. Gott sei Dank. 2 zusätzliche Bar fanden noch Platz, sowohl vorne, als auch hinten. Nun musste ich noch, immerhin hat das ja auch sonst jeder gemacht, eine kleine Runde drehen. Das Rad sozusagen „vorführen“. Gelächter kam keines auf. PHUHH.

12:30h; Pünktlich – wie immer – ging ich mit meiner Wechsel-Box mit den vorbereiteten „wechsel“-sachen und dem Fahrrad zur Wechselzone. Ich war sehr verwundert, dass ich nichts vergessen hatte… FAST zumindest, denn einmal in der Wechselzone die Sachen abgestellt, kommt man nicht mehr ran, und wie könnte es anders sein, hatte ich natürlich kein zweites Paar Schuhe zum Einlaufen mit. Naja, wer will sich schon einlaufen. Um 12:40 begann die Wettkampfbesprechung. 90% der Teilnehmer waren dort schon gut aufgewärmt und hatten bereits den Neoprenanzug an. Nur ich stand noch mit Jeans, Pullover und Jacke dort herum.

12:55; Gerade noch im Zeitplan bestieg auch ich in meinem Neo das Wasser. 10 Meter rauf, 10 Meter runter; Fertig eingeschwommen, nun ab zum Start.

Swim:

Gleich wie voriges Jahr am Sulmsee wollte ich auch dieses Mal hinter der, sich schlagenden Meute, nachschwimmen. Im Startbereich bildete sich eine Gruppe, die schon direkt bei der Markierung wartete bis es endlich losgehen konnte. Ich jedoch, wollte mit diesen „Schlägern“ nichts zu tun haben und wartete dahinter. Hinter mir standen auch noch Leute, auch diese wollte ich noch vorbeilassen um wirklich als allerletzter hinten nachzuschwimmen. Doch als mit dem Startschuss alle losstarteten, bemerkte ich, dass die Leute die noch hinter mir standen gar nicht zu diesem Startblock gehörten, sondern zum nächsten und erst 2-3 Minuten nach mir starteten. Ich hatte es also bereits geschafft, und so sprang ich mit einem eleganten Köpfler der Menge hinterher. Ich bin jedesmal fasziniert wie mühelos die ersten Paar züge funktionieren, nahezu ohne Kraftaufwand gleitet man durch’s Wasser. Wie beim Laufen, ist das jedoch nur die Euphorie am Start und schon nach Wenigen Metern merkt man, wie der Puls steigt und jeder Zug zur Qual wird. Zum ersten Mal merkte ich auch, was alle damit meinten, dass die Navigation im Freiwasser nicht so einfach sei. Alle 4 – 6 Züge musste ich aufblicken und feststellen, dass ich schon wieder einen 90° Grad rechtsbogen geschwommen bin… HMMMM.. also wieder korrigieren. Das kostet natürlich zusätzliche Kraft. Die gesamte Schwimmstrecke absolvierte ich also in einem Mix aus Brust- und Kraulschwimmen.

Schwimmzeit: 15:45min

Wechsel 1:


Raus aus dem Wasser und Neo öffnen. Das klingt relativ einfach, doch alleine das Aufstehen und Loslaufen nach dem Schwimmen erfordern höchsten Konzentration. Wäre ich nicht genau beim Wasserausstieg angefeuert worden (danke Christian) wäre ich wahrscheinlich bis zu meinem Rad ge“gangen“. So lief ich aber los und bemerkte plötzlich das nächste Hindernis, von dem ich schon öfters gelesen hatte. Wo zur Hölle habe ich mein Rad hingestellt. Schuld daran war ein kurzzeitiges Blackout. Ich versuchte klar zu denken, und da fiel mir wieder ein, was ich mir beim Vorbereiten der Wechselzone eingeprägt hatte. Ein Zaunpfeiler sollte dort irgendwo stehen. E Voila, da Stand mein Rädlein direkt vor mir. Das Ausziehen des Neo’s lief ganz gut, jedoch hatte ich Probleme meine Uhr vom Lenker auf meine Hand zu bekommen. Die Finger waren einfach zu zittrig. Helm auf, Schuhe an und los gehts. Am Aufstieg auf’s Rad, sollte ich übrigens auch noch üben 😉 Sah ein Bisschen unbeholfen aus.


Wechselzeit: 2:41min (eindeutig ausbaufähig)

Bike:


Bereits nach dem ersten Kilometer am Rad machte ich Bekanntschaft mit der, vom Veranstalter liebevoll bezeichneten, „INTERESSANTEN“ Steigung (lt. Garmin ca. 13% Steigung). Menschenskind der Puls beim Aufstieg auf’s Rad war bereits 175. Nach der Steigung 183. Die Oberschenkel wollten eigentlich nicht mehr, aber wen interessiert das? Nach 10,5km also genau bei der Hälfte war ich am höchsten Punkt der Strecke (445m) angelangt und hatte 130 Höhenmeter absolviert. Klingt nicht wirklich viel, aber die extremen Steigungen machten mir zu schaffen. Die Uhr zeigte dort bereits ca. 25min an. Schnitt für die ersten 10km: 24km/h. Als ich das sah fiel ich fast vom Rad. Jetzt hieß es gas geben. Und von da an ging es ja glücklicherweise nahehzu ausnahmslos bergab. Eine gute Möglichkeit schnell zu fahren, und trotzdem die Muskeln ein Wenig vor dem abschließenden Lauf zu entspannen. Die folgenden 10km konnten ich in ca. 16min fahren. Schnitt für die zweiten 10km lt. Garmin: 39km/h. Auf den komplett flachen letzten 4,5 Kilometern gelang mir trotzdem ein Schnitt von 35,4km/h. So etwas in der Art hatte ich mir eigentlich vorgenommen. Naja beim nächsten Mal vielleicht. Völlig desorientiert und überrascht befand ich mich plötzlich auf der Zielgeraden kurz vor der Einfahrt zur Wechselzone.


Radzeit: 41:39min (30,3km/h)

Wechsel 2:

Der zweite Wechsel ging um einiges leichter. Socken hatte ich ja bereits an, die Uhr bereits um, ich musste nur noch das Rad einhängen, den Helm abnehmen und in meine beiden orangen Rennmaschinen einsteigen. Für’s nächste Mal sollte ich mir noch merken, mir beim Socken anziehen 1 Sekunde länger Zeit zu lassen, dafür darauf achten keine Steinchen einzufangen. Dank der bei Ebay ersteigerten „LOCK-LACES“ konnte ich mir ein zeitaufwändiges Schnüren der Schuhbänder ersparen. Nun musste ich nur noch die Uhr vom Rad-Modus in den Lauf-Modus versetzen um alle 500m Zwischenzeiten zu erfahren, immerhin wollte ich ja ein zu schnelles loslaufen vermeiden. Leider ist das beim Forerunner 405 ein Bisschen umständlich, was mich zur Überlegung bringt, mir evtl. doch den Nachfolger 310XT zuzulegen. Dort reicht anscheinend 1 Knopfdruck zum Wechseln der Sportart und zusätzlich ist er Wasserdicht also bereits beim Schwimmstart am Handgelenk tragbar. Würde mir sicher auch noch 1 Minute bei den Wechselzonen bringen.

Wechselzeit: 1:28min (ebenfalls ausbaufähig)

Run:

Kurz nach dem Laufstart entstand dieses Bildchen:

Der Schein trügt allerdings. Denn meinen Beinen ging es bei weitem nicht so gut, dass zwei ausgestreckte Daumen und dieses aufgesetzte Lächeln gerechtfertigt gewesen wären. Im Vorfeld belächelte ich die 5km Laufstrecke, doch bereits nach 500m dachte ich mir, warum ich mir das denn antue. Ich könnte doch sofort aufhören, nur müsste ich mich dann verstecken und müsste jedem erzählen, dass ich gar nicht teilgenommen habe. Also lief ich weiter. Nach 1,5km fand ich endlich meinen Rythmus und es/ich lief wieder. Genau wie bei meinen letzten Läufen ging ich es Anfangs eher langsam an, um für den zweiten Teil noch Reserven zu haben und anstatt einzubrechen das Tempo noch weiter steigern zu können. So lief ich die erste Hälfte lt. Garmin mit einem Schnitt von 4:45min/km und die zweite Hälfte mit 4:18min/km. Ein Zielsprint am Ende durfte, danke erneuter Anfeuerung natürlich nicht fehlen.

Laufzeit: 21:09min (4:14min/km; 14,2km/h)

GESAMTZEIT:  1:22:43h

Immerhin 14 Minuten schneller als bei meinem Debüt am Sulmsee voriges Jahr. Mal schaun ob sich dieses Jahr noch eine Zeit unter 1:20 oder vielleicht sogar 1:15 ausgeht.
Nächster Versuch: 26.6 in Traboch (500m/30km/6,6km)

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