Wettkampfbericht – Trumer Triathlon – Salzburg (750/20/5)

Graz, 6 Uhr Morgens – Sonnenschein. Herrlich. Das Wetter spielt also anscheinend mit, und einer tollen Veranstaltung steht nicht’s mehr im Wege.

Gralla, 7:30 Uhr Morgens – Sonnenschein. Auch beim Frühstück im BlueTomato in Gralla scheint die Sonne durch die Glasfront. Eine tolle Stimmung macht sich breit. (NOCH)

So angenehm können also ein Erwachen und ein tolles Frühstück am Wettkampfmorgen sein. Doch eine Stimmung kann schnell kippen. Und ca. 3 Stunden später war das auch der Fall. Stimmungsbarometer < Null.

Obertrum am See, 09:00 Uhr Morgens – Ankunft am Wettkampfparkplatz. Schon während der Autofahrt änderte sich das Wetter schlagartig. Plötzlich Regenschauer und extremer Wind. Beim Parkplatz wurde ein Bereich aufgrund völliger Überschwemmung abgesperrt. Wir (Angi, Hannah, Patrick & ich) stiegen aus dem Auto, und innerhalb kürzester Zeit waren wir komplett durchnässt. Umgehend machten wir uns auf die Suche nach dem Wettkampfbüro. Dieses war ca. 300m vom Parkplatz entfernt. Direkt daneben eine Eisstockhalle in welcher sich viele Besucher aufhielten. Dort machte es sich auch mein Fanclub „gemütlich“, während ich mich ca. eine halbe Stunde bei der Anmeldung anstellte.

Mit dem Startpaket (inkl. FlipFlops und T-Shirt) und der Startnummer auf dem Handrücken marschierte ich mit Patrick zurück zum Auto um das Rad zu holen und mich ins Wettkampfoutfit zu werfen. Durch das schleppende Vorankommen bei der Anmeldung wurde der Start eine halbe Stunde nach hinten verlegt. Ebenso das Ende des Bike-CheckIn. Zum Glück, sonst wäre ich eh schon zu spät dran gewesen.
Mit halb-angezogenem Neoprenanzug ging’s dann wieder Richtung Wechselzone. Eine Verbesserung der Wetterlage war bis dahin noch nicht abzusehen. Nach dem CheckIn blieb mir noch ca. 1 Stunde bis zum Start. Einlaufen mit Neoprenanzug wollte ich mich aber nicht. Eigentlich hatte ich gar keine Lust um irgendwas zu tun. Und das tat ich dann auch. NICHTS. Einfach nur warten und während dem Warten noch 2 Mal auf die Toilette gehen; Neo aus, Einteiler aus – Einteiler an, Neo an, usw. usf.
Dann, um 13:50 Uhr pilgerten Patrick und ich zum Schwimmstart. Die Mädels blieben in der halbwegs warmen Halle.

500 Meter zwischen Wechselzone und Start / Wasserausstieg. Das ist doch mal ne Strecke. Diese gingen wir also entlang um zum Ufer des Sees zu gelangen. Dort fand dann auch um 14:00 Uhr die Wettkampfbesprechung statt. Um 14:15 Uhr sprang ich dann endlich in den, mit 16° Grad wohl temperierten, Trumersee. Und ich sah tatsächlich eine einzige Person OHNE Neoprenanzug. Die arme SAU. Mir fiel plötzlich auf, was ich für ein Weichei bin, zitterte ich doch am gesamten Körper, und das trotz „Kälteschutzanzug“. Die Tatsache, dass sonst JEDER einen Neo hatte zeigte mir, dass hier wohl kein Platz für Hobbyathleten mehr blieb. Nur eingefleischte Idioten schienen sich bei diesem Wetter trotzdem anzumelden. Und ICH mittendrinn. Dazu muss ich allerdings sagen, dass ich mit Sicherheit auch nicht angetreten wäre, hätten wir nicht eine 3-stündige Autofahrt hinter uns. Obwohl mir wahrscheinlich niemand böse gewesen wäre, wenn ich gesagt hätte, dass wir gleich wieder fahren können. Wahrscheinlich wären auf diese Worte hin alle mit einem zufriedenen, zähneklappernden Lächeln ins Auto gestiegen, wir hätten die Heizung eingeschalten und wären wieder gefahren.

Doch jetzt wo ich schon bis zum Hals im eiskalten Wasser trieb, war es ohnehin zu spät. Zu spät um wieder umzukehren. Zu spät aber auch, um nochmal aus dem Wasser zu steigen und irgendwo hinzu“ludln“.

Swim:

14:30 Uhr, Startschuss; Ich wie immer hinter allen anderen. Dieses Mal mit dem Vorhaben endlich eine längere Strecke am Stück durchzukraulen. Dementsprechend locker und gelassen fielen auch meine ersten Armzüge aus. Vor mir tat sich schon ein kleines Loch auf, und somit konnte ich ohne große Hektik / Panik mein eigenes „extrem langsamen“ Tempo durchziehen. Von hinten kam auch niemand wirklich näher. Ich dachte kurz über die Worte eines Mannes, der mich vor dem Start am Steg angesprochen hatte, nach: „Das sind aber schon viel mehr als 750 Meter, oder? Also vom Gefühl her, wenn ich bis zur Wendeboje schaue, erscheint mir das viel weiter als sonst“, meinte er. NA TOLL. Danke für dieses nette Gespräch.
Und tatsächlich, kam mir der Weg bis zu dieser Wendeboje ewig vor. Das lag aber wahrscheinlich eher am langsamen Tempo, und was mich eher verwunderte war, dass es mir bis dorthin erstaunlich gut ging. Die Auftriebshilfe des Anzugs machte sich bezahlt. Stur verblieb ich den Großteil der Zeit in Kraulposition, versuchte sogar mit der Handballkraultechnik zu navigieren. Und es gelang tatsächlich. Nur ganz selten, wenn es eng wurde, oder bei Kollisionen wechselte ich für 2-3 Züge zum Brustschwimmen.

Nach der Wende rechnete ich eigentlich mit einem Einbruch, doch er kam nicht. Locker-lässig kraulte ich zielstrebig bis zum Schwimmausstieg. Zum Glück hatte ich meine wasserdichte Uhr vergessen. Hätte ich nämlich die Zeit gesehen, wäre ich sicher in Ohnmacht gefallen. So machte ich mich mit einem guten Gefühl auf den Weg zur – wie bereits erwähnten – 500 Meter langen Strecke zur Wechselzone. So ein längerer Lauf nach dem Schwimmen tut mir anscheinend gut, denn als ich bei meinem Rad ankam, war mir nicht wie sonst üblich schwindelig und auch mein Puls schien weit unter den sonstigen Verhältnissen zu liegen. Es fühlte sich einfach alles eine Spur besser an als sonst. Bis auf das, noch immer nicht verschwundene, Gefühl auf die Toilette zu müssen… hmmm durchhalten…

Eigentlich sollte mir die Schwimmzeit peinlich sein, aber Aufgrund des guten Gefühls kann ich das verschmerzen. Ich hab mir aber doch die Mühe gemacht und die Zeiten eines Top-Athleten verglichen. Sein Name: „Lukas Hollaus“. Dieser ist beim Triathlon in Zell am See 1,5KM in 18:49min geschwommen. Für die 750m in Obertrum brauchte er jedoch 10:55min (beste Schwimmzeit). Bedenkt man dabei auch noch, dass sein Tempo bei 750m wahrscheinlich höher ist als bei 1,5Km ergibt sich, dass entweder die Strecke hier länger als 750m war, oder die 1,5Km in Zell am See zu kurz. Ersteres erscheint mir aufgrund der sonstigen Schwimmzeiten eher zutreffend.

Ich werde daher diese Schwimmzeit nicht als Vergleich ansehen.

Schwimmzeit: 19:11min
Rang: 129 von 158 (bis dahin waren es glaube ich sogar noch 173)
Garmin-Auswertung

Wechsel 1:

Trotz der 500 Meter vom Wasser bis zur Wechselzone gelang mir eine Zeit von 4:15min. Damit bin ich mehr als zufrieden. Außerdem habe ich dabei die wichtige Erkenntnis gemacht, dass Socken für diese Distanz tatsächlich überbewertet werden. Diese ließ ich nämlich im Korb neben meinem Rad liegen, denn dort hatte sich eine ca. 10cm tiefe Pfütze gebildet. Völlig untypisch für mich: 9 Plätze in der Wechselzone gutgemacht.

Rang: 120 von 158

Bike:

Obwohl im Voraus vorgenommen, konnte ich mein Vorhaben vom Wasser nicht auf das Rad mitnehmen. Nämlich langsam zu beginnen. Es dauerte also ein Wenig bis sich mein Puls wieder senkte. Trotzdem lief es sehr gut. Der Weg aus der Stadt heraus, war mit einigen 90° Grad Kurven aufgrund des besch**** Wetters sehr anspruchsvoll. Immerhin regnete es noch immer teils heftig. Der weitere Streckenverlauf war auch alles andere als einfach, ging es doch über diverse Hügel, nahezu durchgehend leicht bergauf und teilweise auch extremen Gegenwind. Kurz vor der Wende (ja es gab tatsächlich mitten auf der Straße eine 180° Grad-Wende) ging es endlich kurz bergab. Und trotz des Regens und den dadurch eher gefährlichen Straßenverhältnissen lag die Höchstgeschwindigkeit bei 71 km/h. Für mich als kleinen Hosenscheisser war das schon ziemlich schnell. Naja. Und wo’s bergab geht, geht’s natürlich auch wieder bergauf. Vor allem wenn dieser Abschnitt auf der Wendegeraden liegt. Das wusste ich bis dorthin jedoch nicht.
Immer wieder fuhr ich an Gleichgesinnten vorbei. Insgesamt konnte ich 27 Leute auf dem Rad überholen und somit von Platz 120 auf 93 vorstoßen. Die Atmosphäre während der gesamten Fahrt war super. An jeder Ecke standen trotz des Wetters Menschentrauben, die jeden Athleten anfeuerten und klatschten. Die Einzigen, die ich nicht gesehen habe, waren meine Begleiter 😉 , später stellte sich auch heraus warum.
Mit der Verpflegung während des Radfahrens hat es wieder nicht so ganz geklappt. Immerhin war die Trinkflasche dieses Mal nach der Fahrt wenigstens nur mehr zu 7/8 gefüllt.

Radzeit:  42:05min (28,51km/h -> sagt bei der Strecke und dem Wetter nicht viel aus)
Rang: 63 von 158
Garmin-Auswertung

Wechsel 2:

Da gibt’s nicht viel zu sagen. Für mich nahezu perfekt, wenn man jedoch bedenkt das manch Einer nur 30 Sekunden braucht…

Wechselzeit: 1:08min

Run:

Von Position 93 aus ging’s auf die Laufstrecke. Ich wollte dieses Mal auf keinen Fall wieder stehen bleiben müssen, fing also gefühlsmäßig um Einiges langsamer an. Wieder spürte ich zu Beginn leichte Krämpfe im Magenbereich, doch nach ca. 300 Metern legte sich das, und ich konnte an Tempo zulegen. Vielleicht auch deswegen, weil mich dort ein 15-jähriges Mädchen einholte. OK. Das hört sich schlimmer an als es war. Trotzdem wollte ich sie nicht kampflos ziehen lassen. Also, noch einmal Tempo verschärft. Die ersten 2,5Km wurden so in 10:09min (14,75km/h) heruntergebogen. Anscheinend nicht so langsam, immerhin konnte ich so 7 Leute einholen. Zwischen mir und dem Mädchen ging der Kampf weiter, mal überholte sie mich, dann ich sie. Ca. 1KM vor dem Ziel konnte ich mich ca. 10 Meter absetzen. Das Tempo wurde noch einmal erhöht, wodurch ich in der zweiten Runde noch einmal 7 Leute überholen konnte. Und in der Schlusskurve geschah es dann. Irgendjemand aus dem Publikum rief: „Komm schon, den holst du dir noch“…. Tja und so war es dann auch. Irgendwie hab ich die Aktion verschlafen und wurde so noch kurz vor der Ziellinie eingeholt. Trotzdem war ich mit der Zeit sehr zufrieden. Die zweiten 2,5km waren mit 9:56min (15,1km/h) noch einmal um einiges schneller.

Laufzeit: 20:05min
Rang: 61 von 158
Garmin-Auswertung

Gesamtzeit: 1:26:46h
Rang:
79 von 158
KL-Rang: 14 von
26
Pentek-Ergebnisliste

Danach gab’s wie immer ein paar Stückchen Kuchen. Dieses Mal wurde aber nicht unnötig getrödelt. Der Fanclub wartete im beheizten Auto und war bereits startklar.
Die Veranstaltung im Gesamten war TOP. Einziges Manko war die Anmeldung (ca. 30 Minuten Wartezeit). War am Samstag noch Weltuntergangswetter, so änderte sich das am Sonntag auf der Mitteldistanz, wo es strahlenden Sonnenschein gab. Sollte das Wetter nächstes Jahr passen, wäre eine erneute Teilnahme denkbar.

PS: Trotz meines, mit Fotoapparat ausgestatteten, Fanclubs gibt’s dieses Mal leider keine Fotos. Irgendwie konnte sich keiner dazu durchringen, aus dem Auto auszusteigen. Fotos folgen aber noch, sobald der Veranstalter sie endlich online stellt.

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