Trainingslager Cesenatico 2011 – Tag 4

Tag 4 (alles tut weh!) – (Alle Bilder vom Trainingslager auf Picasa)

Täglich einen Blogeintrag zu schreiben ist ungefähr gleich anstrengend wie eine 5-stündige Radausfahrt. Vielleicht sogar ein bisschen schwieriger. Die Radausfahrt habe ich immerhin geschafft, den Blogeintrag von gestern nicht.

Aber wie immer, alles der Reihe nach. Also gestern.. Hmmm. Was war gestern? Die Tage vergehen hier wie im Flug.
Aufstehen, frühstücken, radfahren, Nudeln essen, schwimmen oder laufen, abendessen, Blog schreiben, Tag vorbei!

Also gestern, da stand die erste Radtour mit 5 Stunden vor der Tür. So lange bin ich eigentlich noch nie gefahren. (was ich seit gesten auch spüre).

Die Tour war lt. Kärtchen ca. 100km lang und hatte 797hm.

Die Streckenführung gefiel mir wieder einmal sehr gut. Leider habe ich irgendwie unterschätzt wie hoch knapp 800hm sind (abgesehen davon, dass das auf dem Kärtchen stand, in Wirklichkeit waren es allerdings 890… egal). Wie immer wollte ich einige Fotos machen, blieb dann aber doch nicht stehen. Erst nachdem ich am Berg war hatte ich das Gefühl das Handy zücken zu müssen.


Wunderschöne Aussicht – wieder einmal.

Und die Aussicht ist noch schöner, wenn man weiß, dass man sich da gerade hinaufgequält hat. Dazu muss ich sowieso noch was sagen:

Das Gefühl, wenn man einen weit entfernt scheinenden Berg sieht und sich denkt, phhhh zum Glück muss ich dort nicht rauf, und ca. 1 Stunde später steht man genau auf dieser Bergspitze, ist einfach genial. Das ist dann einer der Momente, in denen man (wieder)erkennt warum man sich das eigentlich antut. Man vergisst (vielleicht) sogar kurzzeitig, wie sehr einem der „Arsch“ und sonstige Körperteile wehtun. Aber eben nur kurzzeitig. Dann geht’s weiter, und der Sattel bohrt sich wieder dorthin wo es eigentlich keinen Spaß macht. Mir zumindest nicht.

(Dieser schöne Absatz darf gerne zitiert werden… mir gefallt der irgendwie)

Wie dem auch sei. Nach einer rasanten Abfahrt sah ich neben mir diesen netten Ort (Es könnte sich dabei um San Leo handeln, oder San Marino. Ich habe keine Ahnung und hatte auch keine Zeit es herauszufinden)

Und weil wir vorhin gerade von „Arschweh“ sprachen. Ich kann euch versichern: Es wurde nicht besser. Im Gegenteil. Mein restlicher Körper versuchte sich mit meinem Allerwertesten zu „matchen“, wer denn den größeren Schmerz fabrizieren könne. And the winner is: „ASS“. Kurz gefolgt von Armen und Schultern.

Und weils so schön war, und die Streckenlänge bzw. die Fahrtzeit wieder einmal nicht mit der geplanten übereingestimmt haben, dachte ich mir, ein Abstecher in Richtung Rimini kann ja nicht schaden. Guter Plan, Markus. Vor allem, wenn man dort ohne Kartenmaterial hinfährt und hofft, dass eh alles angeschrieben ist. Ist es ja auch. In manchen Kreisverkehren sogar 2 Mal. Kein Scherz…
Cesenatico -> Pfeil rechts; Cesenatico -> Pfeil links.. WOLLT IHR MICH VERARSCHEN?

Ich fuhr links. Erschien mir irgendwie logischer. Und dass, was die lieben Italiener beim Kreisverkehr zuvor noch an unnötigem „Schilder“-Geld (Schönen Gruß an die Kärntner-Slowenen) rausgepulvert haben, haben sie bei der nächsten Kreuzung gleich wieder eingespart. Schwuppps. Weg war Cesenatico. Und jetzt?.. Riechen?? Ich fuhr also einfach Richtung Meer. Von dort aus kann man ja eigentlich nix mehr falsch machen (FAST). Es sei denn, man fährt auf eine Schnellstraße auf. Diese gleichen etwa den Autobahnen in Österreich. Nur voll befahren von anscheinend besoffenen Italienern mit bescheidenem Fahrkönnen. Dem Sattelschlepper-Lenker ist es relativ egal wer da mit seinem mikrigen Rad entlang fährt. Er überholt trotzdem ca. einen halben Meter links mit gefühlten 180km/h. Wer sich dabei noch nicht erschreckt tut dies spätestens wenn der LKW-Fahrer auf gleicher Höhe noch seine Hupe / SIRENE betätigt.

Aber auch das habe ich überlebt und kam nach 120KM, 890hm, 4:50h Fahrtzeit und zwei Oberschenkeln von denen ich behaupte, dass es nicht meine waren, etwas erschöpft im Hotel an.


Danach nur noch locker ausschwimmen. (Nach den Nudeln natürlich). Aber wirklich nur ausschwimmen. Und sogar das war anfänglich zuviel. Blöd schauen ist außerdem viel weniger anstrengend.

Heute beim Frühstück habe ich noch scherzhaft versucht wie ein Pferd zu kauen (also das Kiefer während dem Kauen, seitlich zu bewegen). Jetzt wo ich dieses Foto anschaue, glaube ich, dass ich das sowieso kann. Aber wenigstens der oft eingetrichterte „Hohe Ellenbogen“ ist erkennbar, auch wenn dafür der Kopf meiner Meinung nach ein wenig zu weit aus dem Wasser schaut. ABER DAS PFERD BRAUCHT LUFT ZUM ATMEN.

Und weil der Tag ja nach dem Abendessen noch lange nicht zu ende ist, ließ ich mich dazu überreden auf ein (von mir liebevoll TUNTENRAD bezeichnet) Hotel-Leihrad aufzusteigen. OK, ich muss zugeben, die Dinger sind wirklich extrem praktisch, aber Style-Award lässt sich damit sicher keiner gewinnen. Für eine Fahrt zum Ortskern Cesenatico tut’s das „BICI-TUNTI“ (ital.) aber allemal.

Eigentlich wäre an dieser Stelle ein Bild von besagtem Rad gedacht gewesen, aber ich weigere mich, dieses hier zu zeigen. Im Picasa-Webalbum könnt ihr es aber gerne betrachten.

Zurück zum Thema. Das Gute an den Leihrädern ist, dass die Gefahr eines Diebstahls gleich NULL ist. Oder habt ihr schon mal einen Dieb auf einem BICI-TUNTI gesehen?
So stand einer Einkehr in „Mamy’s Pub“ nichts mehr im Weg. (Ja Dani, wir waren im PUB).

Einen Cuba-Libre und ein verschwitzes T-Shirt später war es Zeit zum schlafen gehen.

Zum Schlafen sei noch gesagt:
Ich habe eigentlich den Zeo Personal Sleep Coach (Dieses Wecker-ähnliche Spielzeug von dem ich erzählt habe) mitgenommen um meinen Schlaf zu protokollieren. Bisher hat es aber kein einziges Mal geklappt. In der ersten Nacht hätte das Stirnband zwar gehalten, aber leider ging der Akku um 2Uhr in der Früh aus. Und weil das Stirnband so extrem eng gestellt war, bin ich schon mit Kopfschmerzen und blauen Flecken auf der Stirn aufgestanden. Also habe ich es weiter gestellt. Und seitdem wache ich täglich auf und das Ding hängt mir entweder irgendwo in den Haaren herum, oder es liegt auf der zweiten Bettseite. Nicht gerade optimal um die Hirnströme zu messen. (Ob es auf der Stirn mehr Ströme misst sei dahingestellt)

Das war also Tag 4. Alles drin, was ein erfolgreicher Tag braucht.

Hier noch die bisherigen Trainingsaufzeichnungen:

Tag 5, also eigentlich heute, folgt morgen.
Ziemlich verwirrend, nicht war?

3 thoughts on “Trainingslager Cesenatico 2011 – Tag 4

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