Wettkampfbericht – Paarzeitfahren – Deutschlandsberg (11km)

Eigentlich durch Zufall habe ich von diesem Rennen erfahren.
Beim Eis-Essen am Hauptplatz in Deutschlandsberg sah ich ein Plakat der Weltradsportwoche. Mir fiel sofort das Event „Einzelzeitfahren“ auf. Nur leider genau zu dem Datum wo ich auf Mallorca bin. Beim Weiterlesen fand ich jedoch den Bewerb: „Paarzeitfahren„.

Sofort verlies eine Kurznachricht mein Smartphone. „RONNI! PAARZEITFAHREN IN DLBG!“.
Da muss ich mitmachen! Ronni natürlich gleich begeistert wie ich. Zu Hause angekommen, sofort auf die Homepage geschaut. Und was lese ich da? Es gibt gar keine Wertung für zwei Jungs. Dafür eine ER & SIE Wertung (da wird extra die Nationalhymne geändert und da steht „ER“ & SIE.. Wie diskriminierend).
„KATHI!“, rief eine innere Stimme. Und sofort verlies Kurznachricht Nummer 2 mein Smartphone. Die Zusage ließ nicht lange auf sich warten. PERFEKT!

Zur Veranstaltung:

Die Weltradsportwoche in Deutschlandsberg findet dieses Jahr bereits zum 39. Mal statt. Das Event erstreckt sich über die gesamte Woche. Vom Bergrennen, über den Sprint bis hin zum Einzelzeitfahren gibt es dort alles was das Herz begehrt. Den Abschluss bildet der Ölspur Radmarathon am Sonntag.
Das Paarzeitfahren lief folgendermaßen ab:
Start war um 9 Uhr bei der Unterführung in Frauental. Von dort verließen die Paare im Minutentakt die Startlinie. Die Wertungsklassen ließen erahnen, dass wohl eher der Spaß an der Sache im Vordergrund stehen sollte.
Sie & Er (so wie es sich gehört), Mutter/Vater & Sohn/Tochter, Ehepaare und Großer Chef & Kleiner Chef

Insgesamt absolvierten 192 Paare die Strecke (Davon 23 in der Klasse Sie&Er), welche von Frauental nach Bad-Gams führte und von dort wieder zurück nach Deutschlandsberg mit Zieleinfahrt vor der Koralmhalle.
Und auch das Wetter zeigte sich von seiner besten Seite. Erst am Nachmittag, als bereits alle Paare die Ziellinie überquert hatten, kam das vorausgesagte Unwetter.

Vorbereitung:

Ich spürte die Beine noch ein wenig vom Thermentriathlon am Tag davor, allerdings hielt es sich in Grenzen. Als Aufwärmprogramm vor dem Rennen entschied ich mich für eine lockere Anreise mit dem Rad. Kathi war bereits in Groß St. Florian und kam mir ein Stückchen entgegen. Somit kamen wir bestens vorbereitet in Frauental an. Bereit, die Konkurrenz alt aussehen zu lassen 😉 Auch wenn Kathi meinte, sie ließe sich nicht von den anderen – als Vollprofis verkleideten – Paaren einschüchtern, so hatten diese mit ihrer Taktik bei mir mehr Erfolg. Ich ließ es mir aber nicht anmerken, glaub ich halt.

Bevor es dann in den Startblock ging, fuhren wir den ersten Abschnitt der Strecke ab um auch das Startszenario einmal durchzuspielen. Auch die erste Kurve bei der Porzellanfabrik haben wir uns angesehen, jedoch habe ich diese beim zurückfahren bereits wieder vergessen. Im Startblock angekommen, gaben wir noch ein souveränes Interview von dem ich hoffe, dass es niemals irgendwo gespielt wird.

Und dann ging’s auch schon los!

Race:

Soweit ich mich erinnern kann gelang der Start einigermaßen gut. Die ersten paar Meter im Stehen Druck gemacht und dann sofort in die Aeroposition. Kathi tat, was sie zuvor angekündigt hat. Sie fixierte sich nur auf mein Hinterrad und vertraute darauf, dass ich ihr meine Manöver per Handzeichen mitteilen würde.
TJA, vertraue keinem der die Fähigkeit hat, sein Gehirn sofort nach dem Startschuss abzuschalten.
Eigentlich müssen wir von Glück sprechen, dass nichts passiert ist. Ich „übersah“ die erste Kurve, die wir zuvor sogar noch abgefahren sind und riss in letzter Sekunde den Lenker nach links (in Aeroposition). Hinter mir hörte ich nur noch ein kurzes „Aahhhhh“ oder „Uiiihhhh“ oder so ähnlich. Man stelle sich vor, man fährt jemandem nach, fixiert sich nur auf dessen Hinterrad und plötzlich ist er weg. Irgendwie hat Kathi die Kurve aber doch noch „geschafft“. Allerdings war dadurch der Speed weg. Es dauerte bis ich kapierte was passiert war. Und noch länger dauerte es bis ich kapierte endlich langsamer zu werden damit sich Kathi wieder in meinem Windschatten verstecken konnte.
Als sie wieder dran befanden wir uns bereits auf der Geraden richtung Bad Gams. Man sieht es zwar nicht, aber diese Gerade ist eigentlich ein durchgehender Anstieg. Zwar nicht steil, aber stetig. Trotzdem sind wir dort mit durchschnittlich ca. 34km/h entlang gefahren. Super Leistung.

Beim Autohaus Posch in Bad Gams nach etwas mehr als 4 KM war der Wendepunkt. Das bedeutete, es geht „abwärts“ zurück richtung Deutschlandsberg. Und „leicht“ bergab heißt: ca. 44 Km/h.

Die Strecke vierlief dann anders, als ich es mir gedacht hatte. Nicht über die Hauptstraße ging es zurück zur Koralmhalle sondern über Seitengassen. Dank der Streckenposten war es aber nicht schwer der Strecke zu folgen. Und ehe wir uns versahen befanden wir uns bereits auf der Zielgeraden und überquerten die Ziellinie nach 17:44.26 Minuten.

Ergebnis:

Zeit: 17:44.26 Minuten (37,2km/h)
Rang: 7. von 23

Ergebnislisten

Aftershow:

Zum Auslockern der Beine fuhren wir dann noch auf die Burg Deutschlandsberg und genehmigten uns danach ein Frühstück bei McDonald’s. Und weil das Wetter irgendwie perfekt war fuhr ich etwas später noch eine gemütliche Runde nach St.Stefan. Den Rest des Tages verbrachte ich mit Essen und Schlafen. Ein herrlicher Feiertag.

Danke nochmal an Kathi, die ihr Leben für dieses Rennen riskiert hat. Und auch ihre Lunge 😉

2 thoughts on “Wettkampfbericht – Paarzeitfahren – Deutschlandsberg (11km)

  • Zur Info: Es gibt beim PZF in Disneyland Wertungen für zwei Jungs. Die ganzen „Großer Chef und kleiner Chef“-Klassen sind dafür vorgesehen. Wobei sich das „Chef“ jetzt nicht unbedingt auf ein Arbeitsverhältnis bezieht. Wie viele Firmen gibt es schon die zwei Chefs haben, wovon einer groß und einer klein ist …
    Jedenfalls darfst den Ronni nächstes Jahr ruhig mitnehmen. Obwohl sich die Konstellation mit „Er&Sie“ ja durchaus als positiv herausgestellt hat!

    • Hi. Danke für die Info. Irgendwie hab ich mir das fast gedacht, wie ich die Leute die dort angetreten sind gesehen hab 😉
      Aber davor konnte ich es nicht wissen. (Und ich war noch überrascht wieviele Chefs da draußen rumlaufen)
      Wie du richtig sagst, es war so eh voll lustig und durchaus positiv, ja.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Connect with Facebook