Wettkampfbericht – Silvesterlauf Graz 2011 (5km)

Ich weiß schon gar nicht mehr wie man so einen Bericht schreibt. Ist schon eine Zeit lang her.

Und heute fällt das Schreiben gleich doppelt so schwer. Nicht wegen dem übermäßigen Alkoholkonsum gestern Nacht. NEIN, sondern weil ich mir bei der dummen HOOTERS-Tür den halben Zeigefinger abgerissen habe.

Na gut. Vielleicht war’s auch nur ein kleines Stückchen Haut, aber es geht um’s Prinzip. Jetzt muss ich halt mit einem „billigklopapier“-umwickelten Finger schreiben.

Leider kann ich den Inhalt dieses Posts nicht auf den Finger schieben. Dafür ist dann wohl doch eher der Silvester-Alkoholkonsum verantwortlich.

Apropros Silvester zum Ersten:

„Ich wünsche allen Freunden, Bekannten, ‚FANS‘ (ja, sowas soll’s geben), Blog-Lesern, meiner Family und sowieso jedem auf dem gesamten Erdenball ein erfolgreiches und vor allem gesunden neues Jahr 2012“

Apropros Silvester zum Zweiten:

Sollte das nicht ein Wettkampfbericht werden? Jap. Also, wie man unschwer erkennen kann, geht es um den gestrigen Grazer Silvesterlauf. Also gleich mitten rein ins Eingemachte!

Vorbereitung:

Seien wir uns mal ehrlich. Wie um alles in der Welt soll man sich für einen Silvesterlauf vorbereiten können? Klar. Auch für mich hat die Saison mit Anfang November begonnen. Aber hab ich mich an den Trainingsplan gehalten? Natürlich nicht. Naja. Zumindest nicht ganz. Die ersten 4 Wochen schon, aber dann.

Ein Weihnachtsessen nach dem anderen. Ein Absturz nach dem anderen. Ein Motivationsloch nach dem anderen. Und ein zusätzliches Kilogramm Körpergewicht nach dem anderen. Böse Zungen behaupten bereits, dass ich neue Schuhe mit verbesserten Dämpfungseigenschaften für Übergewichtige benötigen würde. Achso, nein…. Das hab ich mir doch nur selbst eingebildet.

Egal. Die „Nicht“-Vorbereitung ging sogar soweit, dass ich vor 2 Wochen einen absoluten Negativrekord in Wochentrainingsstunden aufgestellt habe. 2 um genau zu sein. Und eine davon war eine Stunde lockeres Fitness-Training.

Und als ich vorige Woche das erste Mal seit langem wieder die Laufschuhe anzog um mit Ernsti eine Runde zu drehen, erinnerte das eher an eine langsame Version von Nordic Walking… Nichts gegen Nordic Walking. Hat sicher auch seinen Reiz. Wenn man Nordic Walken will. Nicht allerdings wenn man vorhat zu LAUFEN. Aber wie dem auch sei.

Es war zwar mein bisher langsamster Trainingslauf, aber nach 90 Minuten fühlte ich mich trotzdem sehr gut. Tags darauf versuchte ich erneut mein Glück. Und siehe da. Die HF-Kurve und auch die Geschwindigkeit waren wieder auf einem halbwegs erträglichen Niveau. Am Donnerstag noch eine Stunde am Twins-Ergometer (die Dinger sind eine bodenlose Frechheit) um am Freitag wieder den kurzen Lauf zu schwänzen. Tja, der innere Schweinehund hat derzeit noch die Kontrolle über mich.

Mit dem Wissen, dass ich also bei weitem noch nicht dort bin wo ich eigentlich gerne wäre und mit 4 Extrakilo unter dem T-Shirt machte ich mir nicht allzugroße Hoffnungen einen guten Lauf hinzulegen. Im Gegenteil. Ich befürchtete Schlimmes. Also entschloss ich mich es nicht ganz so ernst zu nehmen und einfach mal abzuwarten was passiert.

Aus diesem Grund hab ich mich dann auch das erste Mal gegen eine Geschwindigkeits- und Puls-Steuerung mit meiner Uhr entschieden. Ich wollte mich einfach nur darauf konzentrieren einen guten Lauf hinzulegen. Form hin oder her.

 

Wettkampf:

2009 und 2010 lief ich jeweils den 10km-Hauptlauf. Dieses Mal sollte es der 5er werden.

Der Startschuss verzögerte sich, wie jedes Jahr, um ca. 5 Minuten weil sich noch irgendwo auf der Strecke eine Straßenbahn befand.

Um 14:35 Uhr war es dann so weit. Über 900 Läufer machten sich auf den Weg um entweder die 5 oder 10 Kilometer lange Strecke in Angriff zu nehmen.

Von Beginn an fiel es mir schwer mein Tempo einzuschätzen. Ich klammerte mich an Läufer vor mir um diese kurze Zeit später wieder stehen zu lassen um noch weiter nach vorne zu kommen. Irgendwann befand ich mich dann in einer Gruppe deren Tempo mir gefiel. Ich war mir aber nicht sicher ob es nicht zu schnell für mich war. Nach dem ersten Kilometer kann man das noch nicht so genau sagen. Da fühlt sich immer noch alles TOP an. Bei Kilometer 2 ist das dann schon etwas anders. Zwischen meiner Gruppe und der Gruppe vor uns tat sich ein immer größer werdendes Loch auf. Also entweder gleich weiterlaufen oder versuchen nach vorne aufzurücken auch wenn die Gefahr groß ist zu überpacen… Egal es geht ja um nichts. Also lief ich nach vorne und reihte mich dort ein. Gute Idee. Nach 3,5 Kilometern konnte ich meine Arme kaum noch bewegen. Zum Glück sah es bei den Beinen ein wenig besser aus. Als wir dann in die Sackstraße einbogen erwartete die Läufer tosender Applaus von hunderten Zusehern.

Das spornt an. Jetzt heißt es Zähne zusammenbeißen. Auch wenn man die Arme nur noch hinterherzieht. Vor so einem Publikum gibt es nur ein Gas.

Die Strecke führte dann noch weiter bis ca. zur Mitte der Herrengasse. Dort fängt dann alles an weh zu tun. Aber vom Wendepunkt dort ist es halt auch nicht mehr weit. Die letzten ca. 800 Meter ging es die Herrengasse wieder zurück zum Hauptplatz und weiter über die Murbrücke. Dort warf ich dann das erste Mal einen Blick auf die Uhr. Immerhin war es ja jetzt eh schon egal. Und was sehe ich da? 18 Minuten und irgendwas. Das kann gar nicht sein, dachte ich mir und konnte von dort aus schon den Zielbogen sehen. Jetzt noch ein Zielsprint, dann wird das eine Wahnsinnszeit.

Und so geschah es dann auch. Ich überholte noch den ein oder anderen Läufer und einer versuchte sogar noch sich im Sprint mit mir zu messen. Vergeblich! (a bissal Arroganz gehört wohl dazu)

Als ich die Ziellinie in altbekannter Manier überquerte (Kopf- und Blickrichtung gegen Boden, mit der rechten Hand die linke umfassend um die Uhr zu stoppen) traute ich meinen Augen kaum. Ich hatte die 20 Minutenmarke geknackt. Aber nicht nur um ein paar Sekunden.

Ergebnis:

Gesamtzeit: 19:19,0 Minuten (3:52min/km; 15,5km/h)
Rang: 28. von 218
Kl-Rang: 12. von 53
Ergebnisliste
Video vom Veranstalter
Fotos vom Veranstalter

Unfassbar, die Herzfrequenz. Bei meinen letzten Laktattests war die maximale HF 193. Diesen Wert hatte ich dieses Mal nach 13 Minuten schon erreicht. So a Körper haltet schon was aus.

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