Alternativtraining: Schneeschuhwandern Planneralm

(Alle Fotos zur Schneeschuhwanderung gibt’s wie immer auf Picasa)

Es soll ja Triathleten geben, die das ganze Jahr über stur nur schwimmen, radfahren und laufen.

Der moderne Triathlet allerdings, passt sich seinem Umfeld an.

Was also tun, wenn sich kein Hallenbad in unmittelbarer Umgebung befindet und aufgrund von meterhohem Schnee nicht einmal ansatzweise an radfahren zu denken ist?

Richtig. Man macht das beste draus. Laufen ist ja sowieso immer möglich. Aber irgendwann geht es einem auf den Sack. Befindet man sich aber gerade zufällig in einer wunderschönen Wintersportregion erhöht sich die Anzahl an Alternativsportarten dramatisch.

Für mich am interessantesten:

  • Langlaufen
  • Schitouren gehen
  • Schneeschuh wandern

Langlaufen wollte ich mir für nächste Woche aufheben und Schitouren sind derzeit noch keine möglich, weil ich meine Ausrüstung erst bekomme.

Also machten wir uns heute auf den Weg zu meiner ersten Schneeschuhwanderung.

Zielort war die nahegelegene Planneralm (vom Appartement in Aigen in ca. 20 Minuten erreichbar).

Es war das erste Mal, dass ich Schneeschuhe an den Füßen hatte. Patrick übernahm die Rolle des erfahrenen Guides und Lawinenexperten.

Wir starteten beim Parkplatz auf 1600 Metern Seehöhe und folgten gleich der ersten Langlaufloipe. Nach ein paar Metern wurde uns das aber zu langweilig, also bogen wir links ab und quälten uns nahezu senkrecht den Berg hinauf. Ahhh. Schon eher unser Stil. Zwischen den Bäumen gings im unberührten Tiefschnee weiter nach oben.

Nach ca. einer halben Stunde waren wir schon hoch genug um das erste Mal die Aussicht zu genießen.

Die einzigen Spuren die im Schnee zu sehen waren, waren unsere eigenen und die von einem Tourengeher der anscheinend schon vor uns da war. Ansonsten Natur PUR. Aber es sollte noch besser werden. Einige Höhenmeter später standen wir das erste mal an einer Spitze und sahen auch auf der anderen Seite hinunter. 360° Rundumblick. Herrlich!

Von dort ging es weiter auf den ersten Gipfel. Die Jochspitze mit 2037 Metern Seehöhe. Dort angekommen wurden wir mit einem unglaublichen Ausblick belohnt. Und ich sah das erste Mal einen Riss im Schnee, der bis zum Boden reichte. Also ca. 2 Meter tief. Es herrschte Lawinenwarnstufe 2 also hatte ich zuerst keine Angst. Als ich aber ein Foto davon machen wollte, brach der Schnee unter meinem Standbein weg und schon lag ich auf dem Rücken. Aus Spaß wurde leichte Panik. Bisher hatte ich ja zum Glück noch keine Bekanntschaft mit einer Lawine gemacht, wusste also auch nicht, wie sich der Schnee verhält. Ich blieb also erstmal ruhig liegen und wartete bis mir Patrick seinen Stock zur Hilfe reichte. Ein Foto musste aber trotzdem sein.

EHRLICH! Auf dem Bild schaut es nur halb so wild aus, als es in Wirklichkeit war. Rechts neben mir geht es noch ca. 2 Meter flach dahin, dann extrem steil nach unten. Ich hätte also fast meine erste Lawine losgetreten. Spaß sieht anders aus.

Von der Jochspitze gings dann am Grat entlang Richtung Gläserkoppe.

Nach der „Gletscherspaltenaktion“ war ich wieder etwas vorsichtiger.. OK ICH GEBS ZU.. Ich hab mir fast in die Hose gemacht. Und als würde das nicht reichen kamen wir dann zu einer Stelle, die selbst für die Schneeschuhe zu steil nach unten ging. Und schwuppppps. Da landete ich auch schon wieder auf dem Allerwertesten. Angst? Ich? Ach woher! Geht ja nur 1000000 Meter senkrecht nach unten. Da kann man doch schon mal wegrutschen und sich gerade noch fangen.

Die Gläserkoppe an sich unterschied sich nicht wirklich von der Jochspitze. Dafür ging es von dort dann wirklich steil den Grat entlang bergab.

Unten angekommen ging es vorbei am Schilift und dann gleich wieder hinauf zum Großen Rotbühel auf 2019 Metern. Dieser Aufstieg war relativ einfach und ungefährlich. Von dort ging es dann aber leider nicht wie gewünscht am Grat entlang weiter sondern den selben weg wieder zurück hinunter.

Für den Abstieg wählten wir anfänglich die Schipisten, entschieden uns dann später aber doch, diese wieder zu verlassen und durch den Tiefschnee mitten durch den Wald zu gehen.

Ein wunderschöner Abschluss einer gelungenen „Ersttour“.

Die Dauer der Tour lag bei ca. 3:15:00 Stunden inkl. kurzer Orientierungspausen. Es waren zwar nur 6,5Km dafür über 500 Höhenmeter.

Um nun aber wieder auf den Trainingsapsekt zurückzukommen. So eine Schneeschuhwanderung bietet Spaß, Spannung, Herausforderung und vor allem Abwechslung zum sonst teilweise eintönigen Grundlagentraining.
Die Trainingsintensität lässt sich wunderbar steuern und man wird für seine Bemühungen mit einem unvergleichlichen Ausblick belohnt.

ABSOLUT EMPFEHLENSWERT. Bisher eines meiner schönsten Trainingserlebnisse überhaupt.

Hier noch die Garminauswertung für die „FREAKS“ unter euch.

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